Donnerstag, 11. Juni 2026
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Therapie mit Tieren: Ein Weg zu emotionaler Heilung

Tierspezifische Therapien gewinnen zunehmend an Bedeutung in der psychologischen Versorgung. Auf einem Therapiehof sind die Wartelisten lang, was die Nachfrage widerspiegelt.

Von Clara Schneider11. Juni 20262 Min Lesezeit

MÜNCHEN, 11. Juni 2026Eigener Bericht

Therapie mit Tieren: Die Bedeutung für die emotionale Gesundheit

Die Therapie mit Tieren, auch als tiergestützte Therapie bekannt, hat sich in den letzten Jahren als wertvolles Instrument in der psychologischen Behandlung etabliert. Diese Form der Therapie nutzt die Interaktion zwischen Mensch und Tier, um emotionale und psychische Heilungsprozesse zu unterstützen. Dabei kommen häufig Hunde, Katzen, Pferde oder sogar Kleintiere wie Kaninchen zum Einsatz, die durch ihr Wesen und Verhalten eine beruhigende Wirkung auf Menschen haben.

Die positiven Effekte der tiergestützten Therapie sind vielfältig. Tierische Begleiter fördern nicht nur die emotionale Stabilität, sondern helfen auch, soziale Fähigkeiten zu entwickeln. Gerade in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, die unter Angststörungen, Depressionen oder traumatischen Erlebnissen leiden, hat sich gezeigt, dass Tiere als Türöffner fungieren können. Sie schaffen eine Vertrauensbasis, die es dem Therapeuten erleichtert, einen Zugang zu den emotionalen Bedürfnissen des Klienten zu finden.

Zudem wird die körperliche Aktivität während der Therapie oft nicht berücksichtigt. beispielsweise beim Reiten oder beim Spielen mit Hunden werden Bewegungsabläufe gefördert, die zur allgemeinen körperlichen Gesundheit beitragen. Diese Kombination aus emotionaler Unterstützung und körperlicher Aktivität macht tiergestützte Therapien besonders effektiv.

Lange Wartelisten und steigende Nachfrage

Trotz der nachgewiesenen Vorteile der tiergestützten Therapie ist die Verfügbarkeit solcher Angebote häufig eingeschränkt. Therapeuten, die diese Methoden anbieten, sind rar und die Wartelisten auf Therapiehöfen können lang sein. Verschiedene Faktoren tragen zur langen Wartezeit bei. Zum einen sind die Räumlichkeiten, die für die tiergestützte Therapie benötigt werden, oft begrenzt. Die Integration von Tieren in therapeutische Settings erfordert nicht nur Platz, sondern auch eine entsprechende Qualifikation der Therapeuten, um den Ansprüchen einer professionellen Therapie gerecht zu werden.

Zum anderen wächst das Interesse an tiergestützten Therapien rapide. Immer mehr Menschen erkennen die Vorteile, die eine Therapie mit Tieren mit sich bringt. Insbesondere während der COVID-19-Pandemie hat sich gezeigt, dass viele Menschen nach alternativen Heilmethoden suchen, die neben der klassischen Psychotherapie auch emotionale Unterstützung bieten können. Dies hat zu einem Anstieg der Nachfrage geführt, während gleichzeitig ein Fachkräftemangel besteht.

Ein weiterer Aspekt der Auslastung auf Therapiehöfen ist die emotionale Belastung, die mit der Arbeit mit Tieren verbunden ist. Therapeuten müssen nicht nur die Bedürfnisse ihrer Klienten im Blick haben, sondern auch die der Tiere. Diese Verantwortung erfordert Zeit und Engagement, was die Anzahl der verfügbaren Termine weiter einschränkt. Die Herausforderung, die mit der tiergestützten Therapie einhergeht, sollte daher nicht unterschätzt werden.

Eine Lösung könnte in der Ausbildung von mehr Fachkräften im Bereich der tiergestützten Therapie liegen. Durch gezielte Schulungsprogramme und Workshops könnten mehr Therapeuten für diese Form der Behandlung sensibilisiert und ausgebildet werden.

Die Frage bleibt, wie sich die Situation auf dem Therapiesektor entwickeln wird. Mit der steigenden Akzeptanz und Nachfrage nach tiergestützten Therapien könnte es möglicherweise bald eine Änderung in der Verfügbarkeit geben. Die Integration von Tieren in therapeutische Prozesse könnte dadurch nicht nur eine breitere Anwendung finden, sondern auch dazu beitragen, den Zugang zu psychologischer Hilfe für viele Menschen zu erleichtern.

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